Digital City: Web 2.0 in Berlin

Digital City: Web 2.0 in Berlin
am Beispiel der Berlin City App

Janin Wascinski, Stephan Mnich, Marcel Tzschoppe

 

Unser Fallbeispiel

Wie wird das Leben in der Großstadt beeinflusst von Web 2.0? Exemplarisch wurde das Fallbeispiel „Berlin City App“ gewählt, das nachfolgend vorgestellt wird und anschließend bezüglich Diversity und Divide untersucht wird.

 

Die Berlin City App ist eine kostenlose Applikation für jedermann. Seit 2006 besteht das Konzept auf einer gesammelten Seite verschiedene Angebote einer Stadt aufzulisten. Daran sind mehrere Großstädte beteiligt, unter anderem Berlin. Die App wurde im letzten Jahr von der Wall AG überarbeitet und soll jetzt als persönlicher Stadtführer dienen. Die App funktioniert teilweise auch offline und kann kostenlos runtergeladen werden und ist damit attraktiv für viele Touristen.

Die App bietet ein vielfältiges Angebot, dass unterteilt ist in verschiedene Kategorien. In der Startkategorie wählt man die Stadt aus, in der man das Angebot nutzen möchte. In der Kategorie Umgebung lassen sich Lokalitäten aus dem näheren Umkreis anzeigen. Dabei wird nicht unterschieden zwischen Bars, Kneipen, Clubs, Cafés oder Kinos. Hier wird alles aufgelistet, das gerade in meiner Nähe ist. Daran kann im Anschluss die Entscheidung gefällt werden, ob es ins Kino oder in die Bar gehen soll. In der Kategorie Stadt findet man die gleichen Lokalitäten. Diese sind hier aber nicht nach der Entfernung sondern auf die Unterkategorien Bars und Kneipen, Attraktionen, Architektur, Shopping, Hotel und Touren aufgeteilt. Unter Aktuelles findet man stets News zu sämtlichen Events oder Großereignissen. Ein weiterer wichtiger Teil der App ist das Angebot an Touren. Diese sind für verschiedene Geschmäcker ausgelegt und betreffen die Themen Kultur, Architektur und Freizeit. Neben den Hauptsehenswürdigkeiten sind hier ebenfalls abgelegene Orte eingetragen, sowie spezifische Interessen und Lifestyles abgedeckt. [3]

Was macht die App so einzigartig in Berlin und wie wird damit das Leben in der Großstadt durch das Web 2.0 beeinflusst? Die große Neuerung der App besteht darin, dass es möglich ist jedes eingetragene Angebot mit anderen Nutzern zu teilen. Durch die Anbindung an Facebook können die spontanen Umgebungstipps sofort an Freunde weitergereicht werden. Somit entsteht eine Grundlage zur gemeinsamen Planung für ein spontanes Erlebnis. Weiterhin bietet die App die Informationen, die bei einer Planung häufig von Interesse sind. Aufgelistet sind die Adressen, Bilder, Preise und häufig eine Kurzbeschreibung. Ebenfalls sehr nützlich ist die direkte Anbindung an Google Maps. [3]

 


2   Diversität und Spaltung

Ein klares Argument für die Diversität durch die App ist gewährleistet durch den Fakt, dass sich sämtliche Lokalitäten, Events oder Touren teilen lassen. Mit der Verknüpfung zu Facebook kann man gemeinsam einen Abend planen und dabei auf das Angebot der App zurückgreifen.

Die Berlin City App ist eine Einrichtung, die mit ihrer Vielfalt in verschiedenen Großstädten Deutschlands vertreten ist. Neben der für Berlin gibt es die gleiche App auch für weitere Großstädte. Darunter sind Hamburg oder München aber nicht vertreten und so kommt es zu einer Ungleichheit bei den Benutzergruppen.

Allerdings soll die App nicht nur ortskundige Menschen ansprechen, sondern kann auch sehr gut von Touristen verwendet werden. Diese werden genau wie viele Junge Leute ihren Abend über die App planen sich freuen über interessante Tipps in ihrer Umgebung. Das führt eindeutig zu einer höheren Vielseitigkeit. Dabei wird ein kulturelles Zusammentreffen unterstützt und gefördert. Den Touristen können die Städte auf eine neue, moderne Art und Weise nahegebracht werden. Die Touren und sämtliche andere Angebote bieten ein vielfältiges Angebot, dass von Restaurants und Bars bis hin zu örtlichen Events nichts auslässt. Dabei ist die App besonders für junge Menschen attraktiv, da die Vertrautheit mit dem Web 2.0 bereits größer ist als in anderen Bevölkerungsschichten. Für alle sportinteressierten sind ebenfalls große Sportevents eingetragen. So kann man den zahlreich vertretenen Sportvereinen der Stadt zuschauen, wenn ein bedeutendes Spiel ansteht. Die bereits angesprochenen Touren sind ebenfalls sehr vielfältig und stoßen dabei auf eine große Facette an Interessen. Die Vielseitigkeit der Angebote reicht von der normalen Tour zu bekannten Sehenswürdigkeiten, der städtischen Kultur und bekannten und unbekannten Shoppingadressen bis hin zur außergewöhnlichen „Hipster-Tour“ oder der „Auf die harte Tour“. [2]

Durch den erst angetriebenen Aufschwung der App ist es verständlich, dass manche deutsche Großstädte noch nicht vertreten sind. Der Bekanntheitsgrad der App steigt ebenfalls noch und wird noch durch Werbemaßnahmen vergrößert. Dennoch ist es ein Punkt der zur Spaltung führt, dass die App noch so unbekannt ist. Durch eigene Unerfahrenheit begründet ist es unvorstellbar, dass Touristen die App benutzen werden, wenn der gemeine Berliner die App noch gar nicht kennt. Zur Spaltung trägt außerdem der Fakt bei, dass das Angebot ausbaufähig ist [1]. In Berlin besteht vor allem ein Nachholbedarf an Angeboten in den Randbezirken. Das Angebot ist stark begrenzt auf die Bezirke Mitte und alle zentralen Anlaufpunkte, die sicher für Touristen sehr interessant sind aber nicht den Gesamteindruck der Stadt vermitteln. Damit sind natürlich die bekannten Sehenswürdigkeiten, die im Angebot auftauchen, sowie den eher teuer angesiedelten Restaurants und Bars von Mitte. Dabei werden die meisten neuen Szenebezirke außenvorgelassen.

Literatur

1.AndroidPit (2013): http://www.androidpit.de/de/android/tests/test/395153/bluespot-City-Info-Was-geht-ab-in-Deiner-Stadt; Stand: 04.02.2013

2.Blue Spot (2013): http://www.bluespot.de/de/Berlin/home; Stand: 04.02.2013

3.Wall AG (2012): http://www.wall.de/de/innovations/bluespot_city_info; Stand: 04.02.2013

Abschlussreflexion

Wie ich schon im About geschrieben habe, wollte ich durch die Belegung des Kurses „Web 2.0 und die Gesellschaft“ über den technischen Tellerrand gucken.

Zum Beginn beschränkte sich mein Interesse und Wissen in diesem Bereichen größtenteils auf „googeln“, „Belustigung“ durch YouTube-Videos und das Pflegen meines Facebookprofils. Ich wusste also sehr wenig über die Bedeutung und das Nutzen von Web 2.0.

Durch die Besprechung unterschiedlicher Themen und der vielfältigen Vorlesungen konnte ich tiefer in die Welt des Web 2.0 eindringen. Besonders die Betrachtung der „Werkzeuge“ des Web 2.0 aus verschiedenen Perspektiven, wie Unternehmen, Politik und privater Personen, erweiterte meinen Blickwinkel. Ich habe bemerkt dass ich jetzt viele Einträge und Informationen kritischer betrachte und immer öfter auch die Absicht hinterfrage. Desweiteren war ich überrascht wie tief das Web 2.0 in der heutigen Gesellschaft integriert ist und es sich mittlerweile nicht nur auf „liken“ und „googeln“ beschränkt.

Ein Ziel bei der Belegung des Kurses, war es ein eigenes E-Portfolio zu erstellen. Diese Aufgabe wurde im Laufe des Semesters immer weiter ausgebaut. Natürlich war diese Aufgabe mit sehr viel Arbeit und Einsatz verbunden, aber am Ende des Semesters kann ich stolz  einen eigenen gut gefüllten Blog vorweisen. An dieser Stelle möchte ich aber auch auf den großen Zeitaufwand hinweisen. Besonders beim Einarbeiten in das neue Thema und den Gruppenarbeiten sowie Ausarbeitungen musste für einen AW-Kurs zu viel Zeit investiert werden.

Abschließend blicke ich auf ein sehr interessantes Semester zurück. Die von mir gesteckten Ziele habe ich erreicht und viele Fragezeichen sind verschwunden. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung diesen Kurs zu belegen. Natürlich hätte man bei der Belegung eines anderen Kurses, mit einer viel geringeren Leistung wahrscheinlich auch eine bessere Note erhalten können. Aber das Einarbeiten in dieses Thema hat mich enorm weiter gebracht und zum größten Teil auch wirklich Spaß gemacht. Ich werde in der Zukunft  auf jeden Fall manche kennengelernten Werkzeuge benutzen und mein „Leben“ im Internet optimieren.

In diesen Sinne: CU world!!!!

Wissen und Kollaboration

Welche Auswirkungen hat der Umgang mit Wissen im Web 2.0?

Das Web 2.0 besitzt viele Werkzeuge um Wissen zu verbreiten. Es beinhaltet eine Vielzahl von Informationen, Wissen und Meinungen. Somit ist es für jeden Menschen besonders einfach an die gewünschten Informationen zu kommen.

Betrachten wir einmal kurz das Beispiel „Wikipedia“.

Laut eigener Beschreibung ist es „ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten…, zu dem du mit deinem Wissen beitragen kannst“. Es ist für jeden ein Kinderspiel an die gesuchten Informationen zu kommen. Man öffnet die Seite, gibt den Suchbegriff ein und zieht sich das gewünschte Wissen aus den angezeigten Einträgen. Aber hat das Ergebnis auch die gewünschte Qualität? Denn die Stärke einer freien Enzyklopädie ist auch gleichzeitig ihre größte Schwäche. Denn durch die Mitarbeit von allen wird zwar sehr schnell ein großer Haufen Wissen generiert, aber es besteht auch die Möglichkeit dass Jeder falsche Tatsachen verbreitet oder richtige Informationen verfälscht.

Ein anderes vielbenutztes Werkzeug ist „Google“. Auch hier werden die Suchergebnisse bearbeitet oder sogar verfälscht. Beispielsweise bezahlen Firmen viel Geld damit sie bei den Suchergebnissen ganz oben stehen. Somit werden aber kritische Betrachtungen ins Abseits geschoben. Aber auch das falsche Anwenden bei der Suchen nach Informationen lässt einen sehr schnell verzweifeln. Denn bei der fast unbändigen Menge an Informationen ist es besonders schwer die Spreu vom Weizen zu trennen.

Jeder sollte bei seinen Recherchen im Hinterkopf behalten, dass jeder immer und überall im Internet posten kann. Dabei kommt es nicht immer auf die Korrektheit einer Information an, sonder immer öfter auf die Darstellung der eigenen Meinung.

Das Web 2.0 erleichtert einem auf jeden Fall schnell an neues Wissen zu gelangen. Aber jeder sollte immer seine erlangten Informationen nicht blind vertrauen, sondern kritisch betrachten und unterschiedliche Quellen benutzen und vergleichen.

Web 2.0 und die Gesellschaft

Web 2.0?

Dieser Begriff läuft einem Internetuser immer häufiger über den Weg! Wofür steht er und wieweit veränderte er die  Gesellschaft?

Im Jahr 2004 prägte Tim O’Reilly den Begriff. Er steht für das Angebot und die Entwicklung unterschiedlicher Internetdiensten. Diese Internetdienste beschäftigen sich  mit der sozialen Vernetzung und Kommunikation. Dies betrifft genauer die Veränderung von der individuellen zur vernetzten Nutzung des Internets.

Aber was bedeutet das genau?

Das Web 2.0 und die darunter fallenden Dienste, wie z.B. Blogs oder Wikis, machen aus den früheren passiven Internetnutzer neue aktive User.

Passiver User Aktiver User
Ein passiver User hinterlässt keine bedeutsamen Spuren im Netz. Er sucht sich seine Informationen die er benötigt und nimmt nicht aktiv teil. Er ist eher ein bewusster Zuschauer und Konsument. Ein aktiver User zeichnet sich durch ein agierendes Verhalten im Internet aus. Er erstellt Inhalte, kommentiert Beiträge oder pflegt eigene Profile.

Durch diesen gesellschaftlichen Wandel hin zu aktiven Usern steigt die Bedeutung einer bestimmten Art von Web 2.0 Tools. Soziale Netzwerke werden immer größer und erlangen eine immer größer werdende Bedeutung für das gesellschaftliche Leben.

Sie stellen eine komplett neue Art der Beziehungspflege und Kommunikation da. Mit Netzwerken wie Facebook entstehen komplett neue Möglichkeiten neue Freunde zu finden oder  verlorene Bekannte wieder zu finden. Denn durch das Web 2.0 können nicht nur geographische sondern auch soziale Barrieren überwunden werden.  Zum Beispiel kann der Kontakt zu Freunden mit denen man früher die Schule besucht hat sehr einfach und schnell wieder aufgebaut werden. Außerdem kommt man sehr schnell in Kontakt mit Menschen die man sonst nie kennen lernen würde. Sei es über gemeinsame Interessen oder Hobbys.

Somit bin ich bei der Suche nach neuen Freunden nicht durch den kleinen Kreis an Personen und an die direkte Umgebung gebunden. Sondern ich habe die Möglichkeit, frei von soziale Vorurteilen und geographischen Grenzen, in der ganzen Welt Leute kennen zu lernen.

Identität im Web 2.0

Aus der einfachen philosophischen Frage „Wer bin ich?“ ist im Internetzeitalter eine viel schwierigere Frage geworden: „Was“ oder „Wie“ will ich mich in der digitalen Welt darstellen?

Mit dieser Frage wird eine immer größer werdende Anzahl an Usern konfrontiert. Jeder einzelne entscheidet was er mit seiner digitalen Identität beabsichtigen oder aussagen will. Denn mit einer digitalen Identität verschwindet die Bedeutung von gesellschaftlichen Kriterien wie Aussehen oder Charakter. Somit kann eine Person, z.B. auf einem Dating-Profil, viel einfacher ein wahrscheinlich ideales Ich erstellen. Denn durch ein falsches Foto oder hinzufügen von real nicht existierenden Attributen, ist es für viele Personen einfacher Leute kennen zu lernen.

Es gibt aber auch eine andere „realere“ Art des der digitalen Identität. Ein Beispiel dafür ist die Plattform Xing. Hier wird kein großer Wert auf Charakter oder Aussehen gelegt. Hier zählen eher der Lebenslauf und ein professionelles Auftreten.

Abschließend kann ich nur eins sagen: Jeder sollte sich genau überlegen was er mit seinem digitalen Ich machen will und was er dazu von seinem realen Ich preisgeben muss. So kann z.B. ein Facebookprofil, was man im Teenageralter angelegt hat um besonders „cool“ zu wirken, später ein professionelles Xingprofil zerstören.

Also: Augen auf bei der digitalen Identitätsfindung!!!

Lizenzhinweis

<a rel=”license” href=”http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de”><img alt=”Creative Commons Lizenzvertrag” style=”border-width:0″ src=”http://i.creativecommons.org/l/by-nc-nd/3.0/88×31.png&#8221; /></a><br />Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer <a rel=”license” href=”http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de”>Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz</a>.

Politische Kommunikation im Wandel am Beispiel von Piratenpartei und CDU

Politische Kommunikation im Wandel
am Beispiel von Piratenpartei und CDU

Janin Wascinski, Stephan Mnich, Marcel Tzschoppe

 

Unser Fallbeispiel

Betrachtung der beiden Parteien im Zusammenhang mit dem Thema der politischen Kommunikation. Wie hat sich diese in den vergangen Jahren unter dem Einfluss des Web 2.0 verändert?

 

Eine aktuelle Zielsetzung jeder Partei ist es das Internet besser zu nutzen, um näher mit den Wähler zu interagieren. Die Potentiale des Web 2.0 sind sehr groß und die Herausforderung wird für die Parteien identisch sein. Die Möglichkeiten perfekt ausschöpfen, um dem Wähler und Bürger die Chance zu geben sich zu integrieren und die Politik besser zu verstehen.

Die Piratenpartei wurde im Internetzeitalter gegründet und ist damit eine sehr junge Partei. Die Partei ist verstärkt im Web 2.0 vertreten und nutzt die Printmedien weniger. Durch ihre ständige Web- und elektronische Medienpräsenz sind die Piraten und ihre Wähler immer „up to date“. Das parteieigene E-Magazin „Flaschenpost“ versorgt alle Interessierten stets mit aktuellen Informationen. Sämtliche Website-Inhalte sind von jedem Web 2.0-Nutzer kommentierbar und auch teilbar. Durch die Präsenz bei Web 2.0 Tools wie Twitter und Facebook können die Wähler 24 Stunden täglich kommentieren, postulieren, protegieren. Der Piratenpartei gelingt es somit die Nähe zum Wähler beizubehalten, was durch das Web 2.0 möglich geworden ist.

Die CDU existiert im Gegensatz zur Piratenpartei schon viel länger. An ihr wird der Wandel in der politischen Kommunikation viel deutlicher. Noch vor einem halben Jahrhundert haben sie ihre Wähler mit Flugblättern und öffentlichen Auftritten angesprochen. Mit der Entwicklung des Internets und der stärkeren Nutzung des Web 2.0 haben auch sie ihren Fokus neu justiert.

In diesem Zusammenhang besitzt jetzt jede Landesfraktion eine eigene Webseite. Dazu ist auch fast jeder Abgeordnete im Internet vertreten, beispielsweise durch eine eigene Webseite und ein Facebook- oder Twitterprofil. Weiterhin gibt es Webseiten von Arbeitskreisen und deren Ergebnissen. Auf verschiedensten Videoplattformen sind Inhalte wie Reden und Berichte vorhanden. Ein eigener CDU.tv Channel stellt Ausschnitte aus dem Parteialltag dar. Auf der Suche nach Informationsquellen der CDU im Internet sind starke Aktualitätsdefizite aufgefallen besonders auf Videoplattformen wie Vimeo.

Sämtliche Internetseiten und Profile auf social media services beweisen den Wandel der politischen Kommunikation. Es wird verstärkt auf die Internetgeneration eingegangen, die sich eher auf YouTube als in den TV-Nachrichten informiert. Der Knackpunkt für die Parteien ist dabei, dass die Themen-Agenda auf YouTube durch Nutzerverhalten und Metadaten entsteht [1]. Dabei ist es besonders wichtig öffentliche Fehltritte zu vermeiden. Die Folgen einer Falschaussage können zur Aufruhe im Internet führen und können die gesamte Wählerschaft verärgern. Sowohl die Piratenpartei als auch die CDU betreiben eine sehr vielseitige Öffentlichkeitsarbeit über das Web 2.0 bedienen sich aber auf unterschiedlicher Strategien. Die Piraten sind sehr mitteilungsbedürftig und versuchen omnipräsent zu sein, indem hauptsächlich Facebook, Twitter oder das eigene E-Magazin genutzt werden. Wohingegen die CDU einen großen Fokus auf Professionalität legt und diese Services nur peripher nutzt. Stattdessen sind viele Videobeiträge, Reden online zu finden.

Eine negative Randerscheinung des Web 2.0 ist das Sammeln und die Vertreibung von Daten. Derzeit sind keine Informationen bekannt über deren Relevanz in der politischen Kommunikation. Ebenso unbekannt ist das Maß indem Politiker Wähler gewinnen und die Wähler Politiker beeinflussen [2].


2   Diversität und Spaltung

Im Folgenden wird aus der Perspektive von Diversität und Spaltung die Nutzung des Web 2.0 bedingt durch den Wandel der politischen Kommunikation an den Fallbeispielen diskutiert.

Die Diversität ist ein Hauptmerkmal des Web 2.0 und ist auch in der politischen Kommunikation stark ausgeprägt. Es gibt eine starke Vernetzung von Wählern und eine hohe Interaktivität durch die Präsenz auf verschiedenen sozialen Plattformen und deren Verknüpfung. So können die Interessierten der Piratenpartei den Parteitag live im Internet verfolgen, über Facebook verbreiten und auf Twitter ihre Meinung dazu äußern. Das führt zu einer höheren Einbringung der eigenen Meinung des Bürgers und mehr Kommentaren und Anhaltspunkten für die Politiker. Die Wähler sind potentiell besser erreichbar und es lässt sich feststellen, dass durch die Anonymität im Internet eine geringere Hemmschwelle besteht, das zu einer größeren inhaltlichen Beteiligung der Wählerschaft führt [2].

Im Gegensatz dazu fehlt vermehrt die persönliche Diskussion zwischen den Delegierten, welche vermehrt auf die Wählerschaft eingeht und die parteiinterne, themenbezogene Diskussion vernachlässigt [2]. Damit einhergehend fehlt es durch die stärkere Nutzung des Web 2.0 an Außenwirkung in den klassischen Massenmedien, weil Bilder von Rednern und Delegierten fehlen [2]. Außerdem werden neue Zielgruppen erfasst und gleichzeitig alte vernachlässigt. Dies muss nicht automatisch die ältere Generation sein, sondern vielmehr die weniger Web 2.0-affinen Wähler [1].

Die größte Herausforderung der Politik die durch den Einsatz von Web 2.0 verstärkt wird sind die zunehmende Segmentierung, Fragmentierung und Polarisierung [1]. Damit ist die Ausdifferenzierung und Herausbildung von Nutzergruppen und die Isolierung dieser Nutzergruppen voneinander gemeint. Die Varianz von Nutzergruppen ist eher unproblematisch, wenn es weiterhin gemeinsame Referenzpunkte gibt. Kommt es allerdings zur Polarisation entstehen sogenannte interessenspezifische Resonanzräume [1]. Hier besteht die Gefahr, dass der Nutzer für sich ungewünschte Informationen ausblendet und damit seine eigene Meinung bildet und die komplette Wahrheit verfälscht.

Dennoch ist die Anzahl an inhaltlich online aktiven Personen ungewöhnlich gering, da die Mehrzahl nur liest und nicht schreibt. Aber trotzdem lässt sich zeigen, dass sich die politische Einstellung der Befragten durch die Online-Kommunikation verändert lässt. Bei der regelmäßigen Beteiligung der Nutzer können positive Effekte entstehen. [1]

Eine negative Randerscheinung des Web 2.0 ist das Sammeln und die Vertreibung von Benutzerdaten. Derzeit sind keine Informationen bekannt über ihre Relevanz in der politischen Kommunikation. Das Bewusstsein des Wählers über die Weitergabe von Daten an Parteien oder Politiker birgt aber das Risiko der Spaltung und einer Distanzierung vom Web 2.0.

Abschließend lässt sich eine Großzahl an positiven Aspekten durch die neue Vielfältigkeit der politischen Kommunikation zusammenfassen. Auf der anderen Seite sind die Wählergruppen ähnlich stark gespalten wie vor dem Web 2.0 Einfluss durch neue Kommunikationsmöglichkeiten. Da ist es umso erstaunlicher, dass das Maß indem Politiker Wähler gewinnen und die Wähler Politiker beeinflussen ein noch unerforschtes Gebiet ist [2].

Literatur

1.Politik-Digital (2012): http://politik-digital.de/online-kommunikation-veraendert-die-politische-einstellung/; Stand: 31.12.2012

2. Spiegel (2012): http://www.spiegel.de/netzwelt/web/aktuelle-studie-parteipolitik-2-0-a-157961.html; Stand: 31.12.12

3. Barbara Pfetsch (2000): Politische Kommunikation in den USA und Deutschland, Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001